Geschichte

Zwentendorf an der Donau mit seinen mehr als 3.700 Einwohnern liegt im Tullnerfeld und umfasst eine Fläche von 53,8 km2. Zum Gemeindegebiet gehören die Orte Bärndorf, Buttendorf, Dürnrohr, Erpersdorf, Kaindorf, Kleinschönbichl, Maria Ponsee, Pischelsdorf, Oberbierbaum, Preuwitz und Zwentendorf.

Der Raum um das heutige Zwentendorf war schon vor 2000 Jahren durch die Römer besiedelt. Ausgrabungen nahe Zwentendorfs bestätigen ein römisches Lager (Pirotorto). Die erste urkundliche Nennung als "Zewentendorf" erfolgte 1147. Die Gründung Zwentendorfs erfolgte wahrscheinlich zu Beginn dieses Jahrhunderts, ebenso der Pfarre. 1529 und 1683 richteten berittene türkische Streifscharen große Schäden und Verwüstungen an in der Gemeinde. 1917 wurde die Pulverfabrik "Skoda-Wetzler AG" erbaut. Während des II. Weltkrieges wurden der Industriestandort zu einem Hydrierwerk und einer Ölraffinerie ausgebaut. Vor Kriegsende wurde die Raffinerie und das Tullnerfeld von mehr als 40.000 Bomben getroffen. Die Raffinerie wurde während der sowjetischen Besatzung wiederaufgebaut und blieb bis 1961 in Betrieb. An der Donau wurde ein Chemiewerk neu errichtet und ist nach wie vor in Betrieb. Durch die Errichtung einer Biospritanlage wird der Standort weiter gestärkt.

Die Wallfahrtskirche Maria Ponsee entstand aus einer Kapelle des 12. Jhdt.. Um 1420 erfolgte der Ausbau mit einem dreijochigen Seitenschiff und Kreuzrippengewölben. 1716 bis 1726 wurde die Kirche nach Plänen von Jacob Prandtauer vergrößert und barockisiert.

Das Rathaus wurde 1951 nach dem Vorbild jenes in Rothenburg ob der Tauber neu errichtet. Nach dem II. Weltkrieg und 10-jähriger russischer Besatzung begann 1955 der wirtschaftliche Aufstieg. Schritt für Schritt wurden kommunale Einrichtungen wie Straßen, Güterwege, Siedlungen, Trinkwasserversorgung, Kanal und Kläranlage, Wohnbauten, Volksschule mit Hallenbad und Sauna, Hauptschule (2004 Renovierung und Zubau), Kindergärten, Sport- und Kinderspielplätze, das Veranstaltungszentrum Donauhof, das Abfall-Gemeindesammelzentrum u.v.a. errichtet. Alle 7 freiwilligen Feuerwehren bekamen neue bzw. großzügig erweiterte Häuser und Einsatzfahrzeuge. 1990 ging die vollbiologische Kläranlage in Betrieb. 1994 erfolgte der Spatenstich für die Fernwärmeversorgung durch EVN und Gemeinde aus dem KW-Dürnrohr sowie die Eröffnung des Sozialzentrums. 2004 nahm die avn-Müllverbrennung ihren Betrieb auf.

1971 wurde mit dem Bau des Atomkraftwerks Zwentendorf begonnen. 1978, kurz vor der Fertigstellung, entschied sich die österreichische Bevölkerung in einer Volksabstimmung (mit 50,5 %) gegen die Inbetriebnahme. Gleichzeitig mit dem AKW wurden das Donaukraftwerk Altenwörth und das Umspannwerk Dürnrohr gebaut. Um die bereits vorhandene Infrastruktur zu nutzen, wurde von 1981 bis 1986 das kalorische Kraftwerk Dürnrohr errichtet.

1983 wurde der Gemeinde Zwentendorf das Marktrecht verliehen und sie bekam auch ihr eigenes Wappen. Seit 1988 pflegt Zwentendorf eine Partnerschaft mit der tschechischen Stadt Breclav.

Freizeit- und Sporteinrichtungen wie Hallenbad mit Sauna, Naturbadeteich, Wanderwege, Kegelbahnen, Radwege (1989 Eröffnung des Donauradweges), Tennisplätze, Kleinkalibergewehr-Schießstand, Badeplatz an der Donau, Beachvolley- und Skaterplatz, Multisportanlage, Naturlehrpfad "Energiemeile" stehen zur Verfügung. Vielfältig ist auch das kulturelle Leben in der Gemeinde durch Laienspielgruppen, Konzerte, Ausstellungen, Theater- und Kabarettprogramme, Kreativ-Gruppe und die Volkshochschule.

Die Marktgemeinde Zwentendorf, auch als "Energiegemeinde Österreichs" zu bezeichnen, ist eine aufstrebende und offene Gemeinde. Nahversorgung, Arbeitsplätze, Wohnen, Infrastruktur, sowie das große Angebot an Service- und Sozialleistungen sorgen für hohe Lebensqualität und Zufriedenheit der Menschen.

Weitere Informationen erhalten Sie aus dem Heimatbuch (am Gemeindeamt erhältlich)

weitere Entwicklung von Zwentendorf an der Donau

 

Jahrgang Ereignis
1927 Eröffnung der Hauptschule 
1951 wird das Rathaus unter Bürgermeister Landesrat Hans Brachmann nach dem Vorbild des Rathauses von Rothenburg ob der Tauber errichtet 
1961 Die Donau Chemie schafft mit dem Aufbau eines chemischen Betriebes für viele Gemeindebürger Ersatz-Arbeitsplätze nach der Schließung der ÖMV-Raffinerie Moosbierbaum
1971 Die Bautätigkeit für das erste Atomkraftwerk wird aufgenommen, es folgen das Umspannwerk Dürnrohr und das Donaukraftwerk Altenwörth
1974 Eröffnung der neuen Volksschule und des Hallenbades mit Sauna
1977 Eröffnung Mehrzweckhaus "Donauhof"
1978 Volksabstimmung über das Atomkraftwerk sowie die friedliche Nutzung der Kernenergie in Österreich (50,4 % gegen die Inbetriebnahme)
1983 Erhebung zur Marktgemeinde und Verleihung des Wappens
1986 Inbetriebnahme des Kohlekraftwerkes von VKG und EVN als Ersatz für das Kernkraftwerk
1988  Eröffnung des Kindergarten I
1989 Eröffnung des Donauradweges
Eröffnung Kapelle Bärndorf
1990  Eröffnung FF- und Gemeinschaftshaus Erpersdorf
1992  Partnerschaft mit der Gemeinde Breclav (Tschechien) 
1993  Eröffnung FF- und Gemeinschaftshaus Oberbierbaum
1994 Spatenstich für die Fernwärmeversorgung durch die EVN und die Gemeinde aus dem KW Dürnrohr
Eröffnung des Sozialzentrums durch Bundeskanzler Dr. Vranitzky
1997  Eröffnung FF-Haus Bärndorf
1998 Fertigstellung der Abwasserentsorgung im ganzen Gemeindegebiet
1999  Spatenstich FF- und Gemeinschaftshaus Dürnrohr
2000 Beginn der zentralen Wasserversorgung
2001  Eröffnung neue Ordination MR Dr. Karl Winnisch im Sozialzentrum
Baubeginn der Müllverbrunnungsanlage der avn Abfallverwertung NÖ GmbH
Baubeginn FF- und Gemeinschaftshaus Pischelsdorf
Baubeginn Zu- u. Umbau Hauptschule
2002 

Eröffnung FF- und Gemeinschaftshaus Kleinschönbichl

2003 Segnung des Gemeinde-Friedhofes
2004

Inbetriebnahme der Müllverbrennungsanlage
Eröffnung Zu- u. Umbau Hauptschule
Eröffnung Gemeinschaftshaus Dürnrohr

2006 Eröffnung Dorfplatz Maria Ponsee
2007 Kanalbau Donau Chemie-Areal
Start der Zwentendorfer Bildungsoffensive
Eröffnung FF-Haus Pischelsdorf
2008

Eröffnung Umfahrung Pischelsdorf
Eröffnung Kindergarten I
Eröffnung Umbau Gemeindesammelzentrum
Eröffnung Heimatmuseum
25 Jahre Erhebung zur Marktgemeinde

2009 Inbetriebnahme 3. Linie Müllverbrennung
20 Jahre Partnerschaft Breclav - Zwentendorf
2010 Inbetriebnahme Kohleförderband Donau Chemie-Hafen - KW Dürnrohr
Herausgabe des Heimatbuches
2011 Eröffnung Zu- u. Umbau Volksschule, Hallenbad u. Tagesbetreuung
Eröffnung Kneipp-Kindergarten