Auszüge aus der GEHmeindeRADSitzung am 1. Juli 2026

Auszüge aus der GEHmeindeRADSitzung am 1. Juli 2026

GEHmeindeRADSitzung am 1. Juli 2026 ©Marika Ofner

06.07.2026

Endlich war die große Hitze mit fast 40 Grad vorbei und der Starkregen kam. Trotzdem kamen viele Gemeinderät*innen auf Einladung von Bürgermeisterin Marion Török mit Rad oder zu Fuß mit Regenschirm. Gemeinsam wollte man eine "Farbaktion" auf dem Rathausplatz veranstalten, wie schon einmal bei der Vorstellung des neuen Leitbildes, das anhand der 17 nachhaltigen Ziele der Vereinten Nationen in einem Bürgerbeteiligungsprozess erarbeitet wurde. Man wollte das Leitbild wieder in alle Köpfe bringen. Dieses Vorhaben fiel buchstäblich ins Wasser. Stattdessen wurde das Leitbild gelesen und diskutiert. Das "Du & Ich Menschlichkeitsbündnis" stellte weiters im Vorfeld der Beschlussfassungen seine Zielsetzung und Vorhaben vor.

Welche wichtigen Punkte wurden bei der Gemeinderatssitzung beschlossen?

Eine Gruppe von Männern, die vor einem Gebäude stehenUmfahrung Kleinschönbichl-Erpersdorf-Zwentendorf, Kostenanteil der Marktgemeinde Zwentendorf  in der Höhe von € 1,00 Mio. inkl. der Planungskosten 

Die Umfahrung Kleinschönbichl-Erpersdorf-Zwentendorf ist im NÖ Mobilitätskonzept 2030+ in der Kategorisierungsstufe 3 vorgemerkt. Laut neuer Grobkostenschätzung der NÖ Landesstraßenplanung, STR3, liegen die Baukosten aus heutiger Sicht bei ca. € 4 Mio.. Nicht berücksichtigt sind dabei die Grundeinlösungen, Einbautenumlegungen, Kampfmittelbergungen, geologische Untergrunderkundungen, etwaige ökologische Ausgleichsmaßnahmen sowie die Kosten für die Erstellung sämtlicher Planungsunterlagen für das Einreichprojekt. 

Das Land NÖ gliedert seine Verkehrsprojekte (wie Umfahrungen) in Prioritäten. Projekte der Kategorie 3 sind Vorhaben, die langfristig erwogen, konzeptionell untersucht oder für einen späteren Planungszeitraum vorgemerkt werden. In dieser Kategorisierung widerspiegelt sich der verkehrspolitische Wille des Landes NÖ, eine Mitfinanzierung der Marktgemeinde Zwentendorf ist jedoch Voraussetzung. 

Die Trassenführung für diese mögliche Umfahrung (Verbindung von Landesstraße L 112 bis L 115) wurde bei der NÖ Landesregierung (Abteilung Landesstraßenplanung) eingebracht. Eine Realisierung ist jedoch eng mit dem Hochwasserschutz (Dammsanierung/-erhöhung am Perschling Unterlauf) verknüpft. Die Projektumsetzung für die Dammsanierung soll 2026/2027 erfolgen.

Für die Realisierung der Umfahrung Kleinschönbichl-Erpersdorf-Zwentendorf kann die Marktgemeinde Zwentendorf für die Planung und den Kostenanteil € 1,00 Mio. einbringen. Die unbedingt notwendigen Grundeinlösungen mit geschätzten Kosten von € 1,5 Mio. werden ebenso von der Marktgemeinde Zwentendorf getätigt. Dieser Kostenanteil muss durch Darlehen finanziert werden und die Voraussetzung ist die Genehmigung der NÖ Landesregierung, Abteilung Gemeinden. 

Ortskernabgrenzung

Zwentendorf beschäftigt sich schon lange mit der Thematik „Ortskern“. Zwischen 2016 bis 2021 war die Gemeinde einer der vier Pilotorte beim Projekt Zentrumsentwicklung der NÖ Dorf- & Stadterneuerung. 

Eine StadtkarteBei der Umsetzung des damals entworfenen Maßnahmenplans wurden die Bürgerinnen und Bürger immer wieder einbezogen und zur Mitarbeit animiert. Pop-up Planungen und laufende kreative Beteiligungsmöglichkeiten (Mitmachfestival „Im Zwentrum“, Vitale Gemeinde, SDG-Leitbilderstellung mit Bürgerbeteiligung) hielten das Thema lebendig. Für den Zentrumsentwicklungsprozess wurde ein Bearbeitungsgebiet abgegrenzt, das sich schwerpunktmäßig im erweiterten Ortskern befand.

Nach dem Abschluss des Maßnahmenplans aus der ersten Phase wird der Prozess nun mit weiteren Workshops und Beteiligungsformaten weitergeführt. Ein Workshop am 27. April 2026 hatte die offizielle Ortskernabgrenzung nach ÖROK-Kriterien zum Thema. Die geschäftsführenden Gemeinderäte und Gemeinderätinnen, ein Mitarbeiter des Bauamts und drei Anwohnerinnen/Anwohner im Ortskern waren beteiligt. Die Diskussion war sehr konstruktiv. Der Ortskern in Zwentendorf ist durch die jahrzehntelang verfolgte Standortstrategie von kommunalen Einrichtungen kompakt. Durch die vorangegangene intensive Beschäftigung mit der Thematik war eine gemeinsame Sicht zur Zone 1 und Zone 2 schnell gefunden. 

In Zukunft stehen die Reaktivierung der beiden kommunalen Leerstände im Ortskern (zwei ehemalige Gasthäuser), weitere Kaufkraftbindungsaktionen des zur Belebung gegründeten Wirtschaftsnetzwerkes, Mobilitätsthemen und vor allem die Umsetzung der Klimaziele bis 2030 und die Energieautonomie bis 2040 mit thermischen Sanierungen, Energieeffizienzmaßnahmen und Heizungsumstellungen auf der Agenda. Der Plan zur Ortskernabgrenzung Zwentendorf in Zone 1 und Zone 2 wird beschlossen.

Erweiterung der Abwasserbeseitigungsanlage

Die Erweiterung der ABA Zwentendorf 2026 beinhaltet insgesamt 3 Erweiterungen, zwei davon in der Ortschaft Maria Ponsee und eine in der Ortschaft Oberbierbaum.

In Maria Ponsee werden 3 neue Bauparzellen angeschlossen. Die Kanalisation wird um ca 115 lfm verlängert. Im zweiten Bereich in Maria Ponsee werden 2 neue Bauparzellen erschlossen. Hier wird um ca. 65 lfm verlängert.

In Oberbierbaum werden 2 neue Bauparzellen erschlossen. Die Kanalisation wird um ca 128 lfm verlängert. Der Auftrag ergeht an den Bestbieter Fa. Uhl mit einer Angebotssumme von € 119.704,86 exkl. MWSt.

Sanierung Bärndorfer Straße mittels Dünnschichtbelag

Für die Sanierung der Bärndorferstraße mittels Dünnschichtdecke wurden bereits 2024 Angebote eingeholt. Aufgrund des Hochwassers wurde die Sanierung verschoben. Jetzt wird der Auftrag an die Firma Vialit mit einer Auftragssumme von € 144.196,50 inkl. MwSt. vergeben.

Alle Beschlüsse waren einstimmig.

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