Zwentendorfer Gesamtplan für Neue Mittelschule, Musikheim, Heimatmuseum und Rathaus präsentiert.

Zwentendorfer Gesamtplan für Neue Mittelschule, Musikheim, Heimatmuseum und Rathaus präsentiert.

22.11.2019

Genau ein Jahr nach der Präsentation des Siegerprojektes des EU-weiten Architektenwettbewerbs für die Gebäudeadaptionen von Neuer Mittelschule, Musikheim, Heimatmuseum und Rathaus stellte die Zwentendorfer Bürgermeisterin Marion Török und Architektin Katharina Maul am 21. November 2019 im Donauhof den anwesenden Bürger_innen den Gesamtplan vor. Dieser wurde davor im Gemeinderat und im Bauausschuss einstimmig beschlossen. „Wichtig war mir, unseren Bürger_innen nochmals und ausführlich den Prozess zu zeigen, wie dieser Plan zustande kam.“ So Marion Török.

Deswegen beschrieb Bauamtsleiter Reinhard Jedlicka genau die bisherige Vorgehensweise und die Gründe des Bauvorhabens:
- Das in Niederösterreich bislang einzigartige Angebot, Ganztagesklassen in verschränkter Form auch in der Neuen Mittelschule anzubieten, erfordert ein höheres Raumangebot.
- Das angrenzende Musikheim, bislang im Obergeschoß des hinteren Rathausbereiches untergebracht, platzt aus allen Nähten und Obmann Christian Kaufmann sprach sich in Absprache mit seinem Team nach genauer Prüfung für einen Verbleib im Zwentendorfer Zentrum aus.
– Das Rathaus entspricht nicht mehr den Anforderungen eines modernen, effizienten und vor allem barrierefreien Bürgerservices und ist zu klein für die komplexen Aufgaben einer Gemeindeverwaltung.
- Das Heimatmuseum benötigt einen adäquaten Präsentationsraum der Zwentendorfer Geschichte. Bei diesem Bauvorhaben von 6 Mio. Euro Netto musste ein EU-weiter Architektenwettbewerb, bei dem ein Vergabeexperte zugezogen wurde, ausgeschrieben werden. Ein Preisgericht, bei dem Direktor Franz Rabl, Christian Kaufmann und Altbürgermeister Hermann Kühtreiber ein Stimmrecht hatten, entschied sich für das Gesamtkonzept des Büros der junge Architektin Katharina Maul, die hinter sich ein Team von weiteren sechs Experten hat. „Wir haben uns nach genauer Analyse der baulichen Situation dazu entschieden, dass wir Elemente rückbauen und durch Zubauten einen neuen Marktplatz vor der Kirche entstehen lassen, um den sich die Bauten gruppieren.“ So beschreibt Katharina Maul das Gesamtkonzept, das sie mit einer alten Ansicht aus dem Jahre 1930 untermalt. Das Denkmalamt begrüßte diesen Ansatz in einer Vorbesprechung. In der einjährigen Planungsphase wurde dieses Konzept im Bauausschuss auf Herz, Nieren und Klimaverträglichkeit geprüft, viele Adaptionen in Hinblick auf eine gute Nutzertauglichkeit mit optimalen Abläufen durchgeführt und kritische Meinungen der Zwentendorfer_innen eingearbeitet. „Geschmäcker sind natürlich verschieden.“ So Bürgermeisterin Marion Török in der Diskussion. „Negative Kritik an der von außen sichtbaren Architektur wird es bei Projekten dieser Art immer geben. Es gibt aber auch ähnliche Beispiele der Verbindung von Bestandsgebäuden und neuer Architektur wie z.B. in Sieghartskirchen.Ich finde das funktioniert.“ So meinte Christian Kaufmann, Obmann des Musikvereins. „Ich bevorzuge einen modernen durchdachten Kubus gegenüber einer pseudohistorische Mischung.“ So brachte Maria Althann, die „Seniorchefin“ des benachbarten Guts im Althann´schen Schloss zu guter Letzt die Diskussion auf den Punkt.

Hier die Eckdaten der Gebäudeadaptionen nun zusammengefasst:
- Der neuer Rathauszubau mit zentralem Bürgerservice-Bereich, der barrierefrei von der Donauseite und vom neuen Innenhof zugänglich ist, betont in seiner Schlichtheit die Schönheit des „alten“ und unveränderten Rathauses aus dem Jahre 1952.
- Der Trauungssaal im Erdgeschoss mit Blick auf Kirche und Donau wird zum Multifunktionssaal mit eigenem Eingang.
- Der Turnsaal der Neuen Mittelschule wird mittels Stahlträgern von 15 Metern für die Ganztagesklassen überbaut.
- Das Heimatmuseum ist ebenerdig angesiedelt und bekommt 200 m2 Ausstellungsfläche.
- Darüber gelagert ist das Musikheim mit dem neuen Proberaum mit einer Raumhöhe von über 5 Metern, außen akzentuiert durch einen Holzkubus und mit Zugang zum neuen Innenhof.
- Ein Stiegenhaus sorgt für eine Verbindung zwischen Schule, Musikheims und dem Museum.
- Weitere Maßnahmen: E-Tankstelle für Autos und Fahrräder, Photovoltaik und begrüntes Dach auf dem Rathauszubau, alternative Wärmedämmung und Kühlung, natürliche Materialien

Die Pläne sind im Zwentendorfer Rathaus, Rathausplatz 4, ausgehängt.

Wie sind die nächsten Schritte?

Bis Ende 2019 sollen alle Bewilligungsverfahren abgeschlossen sein. Die Gemeindeverwaltung zieht mit März/April 2020 in das Rablhaus im Zentrum. Das bestehende Rablhaus wird als Archiv benützt. Für den Parteienverkehr werden im hinteren Bereich Container aufgestellt. Der Musikverein zieht interimistisch in die Volksschule. Das Heimatmuseum siedelt in das Verwaltungsgebäude des AKWs. Der Bauzeitplan richtet sich nach den Terminen der NMS. Die Baustelle soll mit Herbst 2021 abgeschlossen sein.

Präsentation der Gebäudeadapatierungen (911 KB) - .JPG