Günter Fries startete bei der Ironman Weltmeisterschaft in Nizza 2025. Hier ein Nachbericht.

Günter Fries startete bei der Ironman Weltmeisterschaft in Nizza 2025. Hier ein Nachbericht.

Bürgermeisterin Marion Török, Günter Fries und GGR Manfred Bichler ©Marika Ofner

09.12.2025

Weihnachtsgeschenk für einen großen Sportler

Günter Fries kennt man in unserer Gemeinde. Viele Male nahm er am Donaulauf teil, viele Male stand er am Stockerl, oftmals ganz oben. Er lebt mit seiner Familie in Dürnrohr und man sieht ihn oft zu früher oder später Stunde seine Trainingsrunden ziehen. In der Woche trainiert er zwanzig bis fünfundzwanzig Stunden - Laufen, Schwimmen und Radfahren.

Und dieses Durchhaltevermögen hat ihn heuer zur Ironman Weltmeisterschaft nach Nizza gebracht, wo er zweitschnellster Österreicher wurde und unter 2.500 Startern den 196. Gesamtrang mit einer Zeit von 9h 55min 43s erreichte.

Bürgermeisterin Marion Török und Manfred Bichler überreichten ihm ein Weihnachtsgeschenk. Manfred Bichler und seine Gattin hatten ihn - als Einlöse einer Wette - mit nach Nizza begleitet und ihn angefeuert. Beim Donaulauf 2024 haben Günter und Manfred eine Wette abgeschlossen: "Wenn Günter sich für Nizza qualifiziert, dann begleitet ihn Manfred und lässt den Donaulauf - als Hauptorganisator und Initiator - sausen, der just am gleichen Tag, am 14. September 2025, stattfand." So klang die Wette.

Qualifiziert hat sich Günter Fries beim diesjährigen IRONMAN in Kärnten durch den 2. Platz in seiner Kategorie und einer Zielzeit von 8h 58min 11s.

Und aus einer Wette wurde eine erfolgreiche Teilnahme.

In Nizza starteten rund 2.500 Herren - davon ca. 60 Profis - aus 86 Nationen. Die Frauen-Weltmeisterschaft fand einen Monat später auf Hawaii statt.

Der Ironman ist ein Langdistanz-Triathlon bestehend aus 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen.

Günter Fries hat für uns seine Erlebnisse zusammengefasst. 

Diese dürfen wir hier veröffentlichen.

Schwimmen:

Das Schwimmen fand im Mittelmeer statt. Es war mein erstes Rennen im Meer, die Tage davor waren starke Wellen vorzufinden. Schwimmen ist generell meine schwächste von den drei Disziplinen, entsprechend niedrig waren meine Erwartungen. Da die Wassertemperatur über 24,5 Grad betrug, durfte kein Neoprenanzug getragen werden.

Am Renntag war das Meer zum Glück relativ ruhig. Ich konnte das Schwimmen ohne Risiko mit einer Zeit von 1h 5min 27s beenden. Überraschenderweise war dies sogar meine beste Schwimmzeit bisher bei einem IRONMAN. Nun ging es ab aufs Rad.

Radfahren:

Die Radstrecke gilt als eine der härtesten im gesamten IRONMAN Kalender. Es sind nicht nur 180 Kilometer, sondern auch 2.500 Höhenmeter zu bewältigen. Nach rund 10 flachen Kilometern von der Strandpromenade raus fährt man danach bis Kilometer 130 praktisch nur bergauf. Bei Kilometer 70 konnte ich nach einer Unachtsamkeit einen Sturz mit dem Rad gerade noch so vermeiden, hatte mir aber dabei mein Schienbein an einer Mauer großflächig abgeschliffen und das Rad leicht beschädigt. Nach einem kurzen Schock und leichten Kreislaufproblemen hatte ich mich aber wieder gefangen, beschloss aber gerade beim Bergabfahren nichts zu riskieren und fuhr entsprechend vorsichtig. Oberste Priorität war nun, das Rennen ins Ziel zu bringen. Der Rest der Radstrecke verlief dann relativ unspektakulär. Den Umständen entsprechend war die Radzeit mit 5h 32min 41s etwas unter meinen Erwartungen, ich war aber zu dem Zeitpunkt froh überhaupt noch im Rennen zu sein.

Laufen:

Der Marathon verlief flach auf vier Runden entlang der Strandpromenade. Beim Laufen fühlte ich mich vom Start weg gut und konnte ein hohes Tempo gehen. Etwas zu hoch anscheinend, denn ab Kilometer 16 bemerkte ich, wie mein Energielevel rapide sank. Auch mein Magen rebellierte etwas und ich führte bis auf Cola und Wasser keine Energie zu (ein großer Fehler!). Entsprechend hart wurde der Marathon und mein Lauftempo sank immer weiter ab. Mit 3h 9min 50s konnte ich schließlich den Marathon völlig am Ende beenden. 

Mein Minimalziel noch unter 10 Stunden zu bleiben - daran klammerte ich bis zum letzten Schritt - hielt mich bis zum Schluss am Leben.

Fazit:

Ich hätte mir eine etwas schnellere Gesamtzeit vorgestellt, da es jedoch mein erster WM-Start war, war das Hauptziel natürlich das Rennen zu genießen und die Atmosphäre aufzusaugen. Im Anschluss wurde noch bis spät in die Nacht auf das Rennen angestoßen.

Großer Dank an meine gesamte Familie, ein Sport wie dieser ist extrem zeit- und energieintensiv. Speziell meine Frau Yvonne begleitet und unterstützt mich bei jedem einzelnen Rennen.

Großer Dank auch an die Gemeinde Zwentendorf für die bedingungslose, freiwillige Unterstützung (Hallenbadzugang sowie finanzieller Natur). Ich weiß auch aus Gesprächen mit anderen Athleten, dass diese Unterstützung alles andere als selbstverständlich ist!

Wir können nur sagen: GRATULATION.